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Marktgemeinde Freihung
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Juni 2018
Regierungspräsident Axel Bartelt besucht Markt Freihung

Auf Einladung von Bürgermeister Norbert Bücherl besuchte Regierungspräsident Axel Bartelt ganztägig den Markt Freihung am 7. Juni.

Nach der Begrüßung im Rathaus stellte Bürgermeister Norbert Bücherl dem hohen Gast die Marktgemeinde vor, die bei der freiwilligen Gebietsreform aus den ehemals selbständigen Gemeinden Freihung, Großschönbrunn, Seugast und Thansüß 1972 gebildet wurde und deren Fläche etwa 46 km² umfaßt. In der Marktgemeinde Freihung sind aktuell 2564 Einwohner gemeldet, zudem wohnen hier etwa 400 Amerikaner. Die Zahl der Berufstätigen bezifferte Bücherl auf knapp über 1000, aber nur 340 Arbeitsplätze gebe es in der Gemeinde. In Nord-Süd-Richtung verlaufe die B 299, in Ost-West-Richtung die Staatsstraßen 2166 und 2123, außerdem führe die Bahnlinie von Weiden nach Nürnberg durch Freihung. Als zentrale Einrichtungen nannte Norbert Bücherl Kindergarten und Grundschule, Raiffeisenbank und Einkaufsmarkt, Tankstelle, Haus- und Zahnarzt, vier Gaststätten und die Kulturscheune Elbart. Größter Arbeitgeber mit gut 70 Beschäftigen sei die Firma Strobel Quarzsand GmbH. 17 Landwirte arbeiten im Vollerwerb, vier Biogasanlagen seien im Betrieb und eine Biogasanlage liefere die Fernwärme für Rathaus, Schule, Gemeindezentrum und Feuerwehrgerätehaus sowie weitere privaten Anschließer.

Den über den Landesdurchschnitt liegenden Schuldenstand der Marktgemeinde bezifferte Bücherl auf 4,2 Millionen Euro. Die nächsten größeren Projekte seien der Ausbau die Gemeindeverbindungsstraße nach Freihungsand in drei Bauabschnitte, die Dorferneuerung in Großschönbrunn, weitere neue Fahrzeuge für die Feuerwehren, außerdem Brückensanierungen im Gemeindebereich, Sanierung der Grundschule, Erweiterung der Kläranlage und eine mögliche Dorferneuerung in Tanzfleck, falls die Ortsumgehung B 299 realisiert würde. Größeren Diskussionsbedarf gab es bei den von Vilseck erhobenen Gastschulbeiträgen, die im Jahr 2009 im Rahmen eines öffentlich-rechtlichen Schulvertrages pro Freihunger Kind, das in der Vilsecker Mittelschule unterrichtet wird, vertraglich auf 950 Euro festgelegt wurden. Der Rathauschef zeigte sich erzürnt und meinte, daß die Vilsecker machen was sie wollen, kleckern nicht sondern klotzen, investierten bis Ende 2016 12 Millionen Euro in die Sanierung ihrer Mittelschule und Freihung soll diese überzogene Baumaßnahme mit schultern, aber mitreden dürfe man nicht. „Da bau`n die zuletzt auch noch goldene Wasserhähne ein und wir sollen das dann mit bezahlen“. Bücherl verkennt nicht, das die Stadt Vilseck viel Geld für die Generalsanierung aufgewendet habe. Doch zeigt auch die geringe staatliche Förderungen seitens der Regierung mit unter 2 Millionen Euro bei eine Bausumme von 12 Millionen Euro, entspricht lediglich knapp 15 %, daß man weit über das staatliche Raumprogramm hinausgebaut hat. Da auch die Stadt Vilseck seit Jahrzehnten erhöhte Schlüsselzuweisungen durch die Hinzurechnung des sogenannten „US-Südlagers“ bekommt, minderte diese ebenfalls nicht unwesentlich die Höhe der staatlichen Zuschüsse für die Schulhaussanierung. „Und diese beiden wesentlichen Umstände der geringeren Bezuschussung soll der Markt Freihung mit überzogenen Gastschulbeiträgen ausgleichen“, fragte der Rathauschef die anwesenden Fachvertreter der Regierung. Auch wurde der überhöhte Abschreibungs- und Verzinsungssatz von 6 % bemängelt, welcher seit dem Beginn der Niedrigzinsphase vor nunmehr 10 Jahren unakzeptabel sei, so Freihungs Kämmerer Max Heindl.

Wofür die Marktgemeinde Freihung überhaupt kein Verständnis habe, so Bücherl, sei, daß wir bei keiner Maßnahme im Vorfeld unterrichtet oder gar eingebunden wurden, uns flatterte nur die Forderung über die auf mittlerweile über 2500 Euro angehobenen Gastschulbeiträge ins Rathaus mit steigender Tendenz. Verständnis für die schwierige finanzielle Lage der Marktgemeinde zeigten in mehreren Gesprächen weder der Vilsecker Bürgermeister, der Stadtkämmerer noch der Stadtrat. „Die lassen uns dastehen, wie die dümmsten Schulbuben, als wären wir Bittsteller“. Nachdem die Freihunger Kinder laut Mitteilung der beiden Bürgermeister Hermann Falk und Josef Reindl ohne Gastschulbeitrag in Hirschau oder Schnaittenbach beschult werden könnten, hat Freihung bei der Regierung einen Antrag auf Änderung des Schulsprengels gestellt. Aber dagegen sprach sich Regierungsdirektor Germann Bausch, der Sachgebietsleiter für Grund- und Mittelschulen aus, denn würden die Kinder aus Freihung anderweitig unterrichtet, wäre der Schulstandort Vilseck gefährdet und finanzielle Belange könnten nicht als Grund für eine Umsprengelung herangezogen werden. Regierungspräsident Axel Bartelt zeigte Verständnis für Freihung, meinte, dass die Anhebung von 950 Euro auf über 2500 Euro schon zu überprüfen sei und er werde sich dafür einsetzen, dass zeitnah ein klärendes Gespräch mit Landrat Richard Reisinger und den beiden Bürgermeistern stattfinde.

Beim anschließenden Besuch des Kindergartens „St. Marien“ wurde der Regierungspräsident von Pfarrer Bernhard Huber, Kirchenpfleger Eduard Neydert und Leiterin Christine Götz und deren Team im Garten mit zwei Lieder der Kindergartenkinder willkommen geheißen. Ein Rundgang im Kindergarten schloss den Kurzbesuch ab.

Das Vormittagsprogramm rundete die Besichtigung der Josef-Voit-Grundschule ab. Hier wurde der Regierungspräsident von der Konrektorin Helga Precht und der weiteren Lehrerschaft sowie den Schülern der vier Jahrgangsstufen mit drei erfrischenden Liedern begrüßt. Nebenbei besichtigte er die Ganztagsschule und machte sich vor Ort ein Bild von der geplanten Sanierung der Grundschule mit Turmhalle.

Bei der Werks- und Betriebsbesichtigung der Firma Strobel Quarzsand GmbH sprach der Geschäftsführer Günter Forster seine Probleme mit der Deutschen Bahn an. Gut ein Fünftel des derzeit mit ca. 800.000 Tonnen auf der Straße transportierten Quarzsandes könnte auf die Schiene verlagert werden, wenn die Bahn ein stillgelegtes Anschlussgleis wieder in Betreib nehmen würde. Die Firma sei bereit, sämtliche Kosten für die Aktivierung samt Umbaumaßnahmen zu tragen. Das Bahn-Management sehe dafür in den nächsten Jahren aber keine Realisierungsmöglichkeit. Regierungspräsident Bartelt werde für eine zügige Umsetzung, auch aus Gründen des Umweltschutzes, schriftlich beim Bayerischen Wirtschaftsministerium als auch bei der Deutschen Bahn vorstellig werden.

Den Abschluss der Visite bildete eine Vorstellungsrunde der gemeindlichen Partnerschaft In der Kulturscheune Elbart. Hierbei stellte Geschäftsführerin Waltraud Lobenhofer die Aufgabenschwerpunkte der Arbeitsgemeinschaft Obere Vils-Ehenbach (AOVE) in groben Zügen vor. Hans Grimm zeigte die Aktivitäten der Schulpartnerschaft mit der rumänischen Stadt Tirgu Mures sowie die Rumänienhilfe Vilseck-Freihung auf und Hartmut Schendzielorz ging auf die Partnerschaften der Gemeinde mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und dem Europäische Jugendprojekt Oberpfalz ein.

Da die Führungskräfte des US-Partnerschaftsverbandes von der 18. Combat Sustainment Support Bataillon (CSSB) derzeit bei einem NATO-Manöver in Osteuropa eingesetzt sind, stellte Bücherl die seit nunmehr über 11 Jahren bestens praktizierte Partnerschaft mit den US-Soldaten und deren Familien selbst vor.

Eine Führung durch den Inhaber Günter Preuß in der Kulturscheune Elbart mit angegliederter Schnapsbrennerei beendete die umfangreiche Visite des Regierungspräsidenten, der sich von den Inhalten der einzelnen Themen und den zahlreichen Zukunftsprojekten der Marktgemeinde beeindruckt zeigte und sagte für mehrere Projekte, die in der Entscheidung der Regierung liegen, die Unterstützung zu.

Auf Antrag von Bürgermeister Norbert Bücherl sagte der Regierungspräsident spontan seine Bereitschaft für die Übernahme der Schirmherrschaft für das im kommenden Jahr stattfindende Jubiläum „450 Jahre Markterhebung“ für das Festwochenende 13./ 14. Juli 2019 zu.


Text u. Bilder: Gerhard Franz, Amberger Zeitung




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